Glaukom (Grüner Star) Chirurgie
Eine Glaukom-Erkrankung (Grüner Star) liegt vor, wenn der Sehnerv fortschreitend an Nervenzell-Substanz und damit auch an Funktion verliert. Im Endstadium kann ein vollständiger Funktionsverlust und damit eine Erblindung des betroffenen Auges drohen. Gründe für die Entwicklung einer Glaukom-Erkrankung sind vielfältig: Neben einer genetischen Veranlagung spielen ein erhöhter Augeninnendruck sowie Veränderungen im Gefäßsystem eine entscheidende Rolle. Charakteristisch ist, dass die Erkrankung in den allermeisten Fällen schleichend über Jahre völlig schmerzfrei verläuft. Der Sehnervenschaden wird erst wahrnehmbar, wenn er bereits ein dramatisches Ausmaß angenommen hat. Er ist nicht reparabel, es kann nur versucht werden, eine weitere Schädigung aufzuhalten. Dies gelingt in frühen Stadien erheblich besser als in späten.
Wichtigste Voraussetzung ist daher eine möglichst frühzeitige Diagnose, etwa im Rahmen einer Glaukom-Vorsorge-Untersuchung. Die Glaukom-Diagnose wird aus dem Verlauf heraus gesichert, den wir mittels regelmäßiger Messung des Augeninnendrucks (meist 3-monatig) sowie Untersuchungen des Gesichtsfeldes, der Hornhautdicke und besonders des Sehnervenkopfes (HRT, Retina-Topographie) kontrollieren.
Ablauf der Operation
Die Therapie läuft meist auf eine Senkung des Augeninnendrucks hinaus, da sich diese Größe relativ leicht zunächst mit einer lokalen Medikation (Augentropfen) beeinflussen lässt. Die Medikation muss regelmäßig und über Jahre erfolgen. Ziel ist es, den Augeninnendruck unter eine individuell zu bestimmende Marke zu drücken, unter der der Sehnervenschaden nicht fortschreitet. Die zuverlässigste Möglichkeit, dies zu kontrollieren, sind das HRT (Retina-Topographie) sowie das OCT der Papille (siehe Spezial-Untersuchungen bei Glaukom (Grüner Star): Pentacam, HRT).
Wenn eine rein medikamentöse Senkung des Augeninnendrucks nicht mehr ausreicht, um einen Sehnervenschaden (Glaukom) aufzuhalten, können wir den erhöhten Augeninnendruck operativ beeinflussen. Das klassische Verfahren hierzu besteht darin, einen Nebenabflussweg für die unter Druck stehende Flüssigkeit aus dem Augeninneren unter die Bindehaut zu legen (Trabekulektomie). Hierbei ist eine optimale intraoperative Dosierung des Abflusses wichtig. Neben dem klassischen Verfahren setzen wir, wo dies möglich und sinnvoll ist, neueste wenig invasive Operationstechniken ein, um die Funktion der natürlichen Abflusswege zu verbessern.